Für ein Jahr in die USA – aber wie?

Für ein Jahr raus! Du bist dir sicher, es soll in die USA gehen, aber du weißt noch nicht wie? Um für ein Jahr in den USA zu leben, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Dabei kannst du deinen Aufenthalt in ganz verschiedene Richtungen drehen und dich entweder vor Ort weiter bilden oder aber eine ganz neue Seite des Lebens entdecken, ein Praktikum machen oder als Au Pair in einer Familie leben. Wie das geht und was du beachten musst, gibt’s im folgenden Artikel.

Ein Jahr in den USA - aber wie?

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Was gibt es generell zu beachten?

Die USA ist ein riesiges Land mit vielen verschiedenen Staaten. Jeder Staat ist unterschiedlich, hat eigene Bestimmungen und Gesetze. Durch die Größe des Landes ist es außerdem so, dass es verschiedenste klimatische Bedingungen gibt – denk zum Beispiel an Texas und Alaska. Wenn du also weißt, es soll in die USA gehen, musst du dich zunächst genauer umschauen, wohin es gehen soll. An die Ostküste zu den großen Städten? Oder an die sonnige Westküste? Oder vielleicht doch in die Südstaaten? Dabei gibt es enorme kulturelle Unterschiede, über die du dir bewusst sein solltest: Es ist gut, dich vorher genau zu informieren, damit du später keine bösen Überraschungen erlebst und statt in einer weltoffenen Stadt in einem Ort ankommst, in welchem du der einzige „Foreigner“ bist.

Darüber hinaus haben die USA komplexe Einreisebestimmungen. Diese gehen für längere Aufenthalte über die ESTA Einreisegenehmigung hinaus, so dass du vorher das passende Visum beantragen musst. Ebenfalls solltest du dich über Zollbestimmungen und Impf-Empfehlungen informieren, damit die Ankunft problemlos abläuft. Außerdem solltest du im Vorfeld eine Reisekrankenversicherung abschließen, damit du mögliche Arztbesuche nicht selbst bezahlen musst. Das beantragte Visum muss der Art deines Aufenthalts entsprechen – es gibt viele verschiedene Kategorien an Visa. Hier solltest du also vorher genau schauen, was für deinen Aufenthalt notwendig ist und eventuell mit einer Visumsagentur sprechen, die dir Tipps für die Bewerbung und das Interview geben kann.

Wie werde ich Au Pair in den USA?

Als Au Pair in die USA zu gehen, bedeutet, dass du die Kinder einer Familie betreuen wirst und im Gegenzug Kost, Logis und oftmals noch ein kleines Taschengeld erhältst. Du wohnst an einem festen Ort und lebst mit der Familie, die dich beschäftigt. Das verschafft dir zum einen die Sicherheit, dass du ein geregeltes Einkommen hast, als auch ein Dach über dem Kopf und Personen, an die du dich jederzeit wenden kannst. Auf der anderen Seite solltest du dir bewusst sein, dass du dich in eine Familie einfügen must, die nicht deine ist. Das heißt: Regeln zu beachten, einen Haushalt zu unterstützen und dich zu integrieren sind Grundvoraussetzungen für eine gute Zeit und ein gutes Auskommen Miteinander. Die nötige Toleranz und Offenheit dafür musst du unbedingt mitbringen.

Die Bewerbung und Organisation läuft am besten über eine Agentur. Diese überprüft, ob du die nötigen Voraussetzungen hast und vermittelt dich an eine Familie. Dadurch hast du zum einen Ansprechpartner vor Ort und zum anderen die Gewissheit, dass alles gut läuft. Die Familie muss im Gegenzug nämlich ebenfalls

  • die Bestimmungen der Agentur einhalten
  • den Flug finanzieren
  • dir ein eigenes Zimmer zur Verfügung stellen
  • dir den Mindestlohn zahlen
  • dir Urlaub und
  • freie Tage gewähren.

Für einen Aufenthalt als Au Pair brauchst du das J1 Visum, jedoch keinen Nachweis über Geldmittel, da du vor Ort Geld verdienst, was die Agentur nachweisen kann. Eine Verlängerung ist möglich, ebenso wie anschließendes Reisen.

>> Weitere Infos zu Au-Pair

>> Au-Pair-Programme für die USA

Wie kann ich einen Farm- & Ranch-Aufenthalt gestalten?

Wenn du statt mit Kindern lieber mit Tieren arbeitest und eigentlich am liebsten raus aufs Land ziehen möchtest, ist vielleicht ein Farm- & Ranch-Aufenthalt das richtige für dich. Ähnlich wie bei den Au Pair Programmen lebst und arbeitest du auf einer Farm, die dich für deine Arbeit in Form von Kost und Logis entlohnt. Dabei gibt es verschiedene Spezialgebiete, die sich im Aufenthaltsort widerspiegeln und auch einen Unterschied für deine Arbeit darstellen. Du kannst deinen Auslandsaufenthalt auf einer Ranch also auf unterschiedliche Arten gestalten:

  • Farmarbeit mit Tieren
  • Reittherapie im Ausland
  • Pferde Au Pair
  • Farmarbeit ohne Tiere
  • WWOOF (Freiwilligenarbeit auf einem Bio-Hof)
  • Agri-Home (Au Pair auf einer Farm)
  • Agrotourismus (auf einer Gast Ranch)

Auch hierfür benötigst du das J1 Visum und solltest mindestens 18 Jahre alt sein. Darüber hinaus musst du vor allem Einsatzwillen mitbringen, um die nötige Arbeit auch stemmen zu können. Dein Aufenthalt wird dir keine Schwerstarbeit abverlangen, mit anpacken zu können ist jedoch eine Grundvoraussetzung. Für Ranch-Aufenthalte gibt es ebenfalls Programme und Agenturen, die eine Vermittlung durchführen. Gegen eine Kostenbeteiligung kannst du dann deinen Wünschen entsprechend vermittelt werden.

>> Weitere Infos zu Farm- und Rancharbeit

>> Farmarbeits-Programme für die USA

Wie organisiere ich ein Intern (Praktikum)?

Während Au Pair und Farmarbeit vor allem dazu dienen, eine Auszeit zu nehmen und eine gute Zeit zu haben, kann dir ein Intern, also ein Auslandspraktikum, wertvolle Erfahrung für dein weiteres Berufsleben bringen. In den USA ist ein Praktikum jedoch nicht wie in Deutschland zur reinen Orientierung gedacht, sondern muss mit einem Studium verknüpft sein. Der Studienabschluss muss also noch vor dir liegen oder darf nicht länger als zwölf Monate zurück liegen, oftmals ist das Praktikum außerdem unentgeltlich. Den Praktikumsplatz musst du dir bereits im Vorfeld suchen – besonders große Firmen bieten besondere Programme für Studenten an, auf die du dich bewerben kannst. Mit einer Zusage kannst du dann das Visum beantragen und alles Weitere regeln, wie dir eine Unterkunft suchen und die Flüge organisieren. Visumsagenturen können dich bei der Beantragung des Visums unterstützen, was auch eine Erleichterung für das Unternehmen darstellt.

Da die meisten Praktikumsplätze nicht bezahlt sind, musst du genügend finanzielle Mittel vorweisen können, die deine Reisekosten decken und sicherstellen, dass du wieder nach Hause fliegen kannst. Das DAAD bietet Stipendien an, die die finanzielle Belastung schmälern. Ein Praktikum kann bis zu zwölf Monate dauern, diese Planung sprichst du am besten mit dem Unternehmen ab.

>> Weitere Infos zu Auslandspraktika

 

Infografik zum Auslandsjahr in den USA

Wie werde ich Trainee?

Ebenfalls auf dein weiteres Berufsleben ausgerichtet, ist die Teilnahme an einem Trainee Programm. Dabei handelt es sich in erster Linie um eine kleine „Ausbildung“ für qualifizierte Studenten. Bei einem Querschnitt durch das Unternehmen und alle Abteilungen können so vor allem angehende Führungskräfte einen Überblick über die Unternehmensstruktur gewinnen. Anders als ein Praktikum soll dir ein Trainee kein allgemeines Bild über den Beruf oder das Arbeiten in dem spezifischen Unternehmen vermitteln, sondern dich auf die weitere Tätigkeit bei dem Unternehmen vorbereiten – es ist also ein Berufseinstieg und vielleicht die Möglichkeit, danach dauerhaft in den USA zu bleiben.

Als Trainee brauchst du

  • ein abgeschlossenes Studium + 1 Jahr Berufserfahrung
  • oder 5 Jahre Berufserfahrung.

Die Trainee Stelle suchst du dir auch hier wieder im Vorfeld – es gibt auch deutsche Unternehmen, die ihre Trainees für eine Zeit lang in die USA schicken. Die Bewerbung muss in jedem Fall frühzeitig erfolgen, da die Trainee Stellen heiß begehrt sind. Auch dann geht es wieder an die Beantragung des J1 Visums. Dafür kann dir und dem Unternehmen eine Visumsagentur zur Seite stehen. Die meisten Trainee Programme dauern 12-18 Monate, die Bezahlung hängt vom Unternehmen ab.

Wie kann ich ein Auslandssemester organisieren?

Ein Auslandssemester findet im Rahmen eines Studiums statt, du musst hierfür also bereits immatrikuliert sein. Die meisten Hochschulen bieten in Kooperation mit Partnerhochschulen in den USA Auslandssemester an oder auch die Möglichkeit am Campus zu arbeiten und beispielsweise selbst einen Kurs zu geben oder forschend tätig zu werden. Wenn du dich an diese Programme hältst, ist der Ablauf meistens einfacher.

So ist sichergestellt, dass

  • die Kommunikation zwischen den Hochschulen funktioniert
  • dir mindestens ein Teil der erworbenen Credits anerkannt werden
  • eine Unterbringung am Campus möglich ist
  • du ein J1 Visum beantragen kannst.

Auch ein selbst organisiertes Auslandssemester ist möglich, dann musst du jedoch im Vorfeld den Kontakt zwischen den Hochschulen herstellen und alle Formalitäten klären, wie die Anrechnung der Kurse etc. Eventuell musst du in diesem Fall ein F1 Visum beantragen. Auch für Studenten bietet das DAAD verschiedene Förderungsprogramme und Stipendien an, ebenso wie das IEC und andere Träger.

>> Weitere Infos zum Auslandssemester

Wie kann ich an einem Schüleraustausch teilnehmen?

Wenn du weder mit der Schule fertig bist, noch ein Studium begonnen oder abgeschlossen hast, ist vielleicht ein Schüleraustausch das richtige für dich. An einer amerikanischen High-School kannst du dann ein Jahr lang zur Schule gehen, während du bei einer Familie lebst.

Dafür musst du

  • zwischen 15 und 18 Jahren alt sein
  • Schüler/in sein
  • maximal in die zwölfte Klasse kommen.

Erfahrungsgemäß ist es so, dass sich die elfte Klasse am besten als das Jahr für den Schüleraustausch eignet. Dann bist du im richtigen Alter, um die lange Zeit von zu Hause weg gut zu überstehen und steckst noch nicht in der heißen Vorbereitungsphase auf dein Abitur. Je nachdem welche Schule du besuchst, kann es sein, dass du das Jahr hinterher wiederholen musst – das solltest du jedoch nicht als Nachteil sehen, schließlich bringt dir die Auslandserfahrung viel für dein weiteres Leben, neue Freundschaften und wichtige Kontakte.

Für den Aufenthalt als Schüler kannst du das J1 Visum beantragen. Die Organisation gehst du am besten zusammen mit einer Agentur und natürlich deinen Eltern an. So ist sichergestellt, dass du vor Ort gut versorgt bist und eine passende Familie findest – oder diese wechseln kannst falls ihr nicht miteinander zurechtkommt. Es hilft außerdem, wenn du dir vorher Erfahrungsberichte von Austauschschülern anschaust, damit du in etwa weißt was dich erwartet. 

>> Weitere Infos zum Schüleraustausch

>> Schüleraustausch-Programme für die USA

Bild 1: fotolia.de ©bernardbodo

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