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Freudensprung

Vorurteile über Auslandsaufenthalte

Du möchtest für dein Leben gern ins Ausland gehen? Träumst von Touren durchs Outback und Surfkursen in Australien, Naturspektakeln auf Neuseeland, spannenden Plätzen und Sehenswürdigkeiten der USA? Oder würdest du dein Studium gerne ein wenig aufpeppen, brauchst einen Tapetenwechsel und könntest dir vorstellen, das Ganze ins Ausland zu verlegen? Auslandsaufenthalte klingen immer spannend und vielversprechend, aber trotzdem gibt es manchmal Kleinigkeiten, die uns davon abhalten, den Schritt wirklich zu wagen. Viele dieser Hindernisse, die uns im Weg stehen, sind aber in Wirklichkeit nur Klischees und falsche Vorurteile. Damit wollen wir ein wenig aufräumen, damit du bald schon deine Koffer packen kannst!

1. „Auslandsaufenthalte kosten zu viel Geld“

Woran es meistens hapert und woran es auch in erster Linie oft fehlt, ist das Geld. Flüge sind teuer und schon für einen normalen Jahresurlaub ist das nötige Geld oft nur schwer zusammenzusparen. Da ist gar nicht daran zu denken, sich eine längere Zeit im Ausland zu finanzieren, womöglich noch ein ganzes Jahr! Aber du musst bedenken, dass du während einer Auslandszeit meistens arbeitest, beispielsweise bei Work & Travel. Du jobbst in der Gastronomie, im Hotelbereich oder auf einer Farm jeweils für einen kurzen Zeitraum und reist dann weiter zum nächsten Ort. Zwischendurch bleibt dir dann auch reichlich Zeit, von deinem Ersparten die Zeit zu genießen und Land und Leute kennenzulernen. Du kannst dich auch, wenn du lieber an einem Fleck bleiben möchtest, für Ranch- und Farmarbeit auf einem Hof bewerben oder ein Farmstay machen, wobei der Urlaub sogar noch etwas mehr im Vordergrund stehen würde und du recht wenig arbeitest.

Die Jobs sind dabei zugleich etwas Besonderes, weil du in einem anderen Land bestimmt selbst beim Arbeiten viele tolle und neue Erfahrungen machst. Wenn du Student bist und die Uni nicht unterbrechen möchtest, kannst du auch einfach im Ausland an einer Partneruni weiterstudieren. Solche Aufenthalte werden durch ERASMUS-Stipendien und Auslands-BaföG finanziert, in manchen Ländern bekommst du zusätzlich auch noch Wohngeld. Du siehst also, eine Auslandszeit lässt sich durch kleine staatliche Hilfen, Zuschüsse und Jobs sehr gut finanzieren! Damit sollte eine Hürde aus dem Weg geräumt worden sein.


2. „Auslandsaufenthalte sind verlängerte Urlaube, in denen man nur am Party machen ist“

Im oberen Punkt haben wir bereits unter anderem das Auslandsstudium vorgestellt. Ein ERASMUS-Semester ist eine tolle Möglichkeit, mit finanzieller Unterstützung und ohne Verzögerung deines Studiums etwas von der Welt zu sehen und in eine fremde Kultur einzutauchen. Aber den besten Ruf haben solche Auslandssemester nicht. Die meisten verbinden die Monate im Ausland nur mit Partys und vergleichen es mit einem längeren Urlaub.

Oft ist es tatsächlich so, dass du nur wenige Kurse belegen musst oder kannst. Und natürlich gibt es auch viele Veranstaltungen, Feiern und Partys von den Studentenorganisationen und Buddys in deinem jeweiligen Zielland, damit sich anfangs alle kennen lernen. Das erzeugt häufig den Anschein, dass du einfach viel Freizeit in einem anderen Land verbringst. Das stimmt aber natürlich nicht. Du wirst bestimmt mehr reisen, um die umliegenden Städte kennenzulernen, wirst dich öfter mit anderen Studenten treffen, vielleicht auch sehr oft feiern gehen. Aber schließlich hast du dort auch nicht die gleichen Verpflichtungen wie in deinem Heimatland. Hast du zuhause manchmal auf deine kleinen Geschwister aufgepasst, bist mit dem Hund gegangen oder hast den Garten gemacht, sind all das Zeitfenster, die dir im Ausland zusätzlich geschenkt werden.

Außerdem kennst du vor Ort noch niemanden, kannst nicht wie Zuhause Zeit mit Familie und Freunden verbringen. Dadurch hast du viel Zeit, neue Leute zu treffen. Dass du oft nur eine bestimmte Anzahl an Kursen besuchen solltest, wird dir von den Universitäten vorgegeben. Das liegt daran, dass der Workload für ein Seminar oft höher als an deiner Heimatuni sein wird. Meist sind die Professoren ausländischen Studenten gegenüber besonders offen und drücken wegen Sprachbarrieren hin und wieder ein Auge in Prüfungssituationen zu. Das alles mag unberechtigter Weise einen sehr lockeren und vereinfachten Anschein erwecken, trotzdem aber lernst du nebenher noch unglaublich viel, dadurch, dass du dich auf ein völlig neues Umfeld und eine andere Sprache einstellst.

Gleiches gilt auch für einen Job als Au-pair oder als Working-Holiday-Maker. Dadurch, dass du permanent auf Reisen bist, scheint allen deine Auslandszeit wie ein endloser Urlaub zu erscheinen, dabei unterschätzen sie, dass du auch viel und gute Arbeit leistest. Ob du auf einer Farm richtig mit anpackst oder einen Haushalt mit kleinen Kindern managest, so viel Spaß all die abwechslungsreiche Arbeit auch macht, anstrengend und fordernd ist sie trotzdem – und du wirst bestimmt viel daraus für dich mitnehmen können.


3. „Es ist sehr schwierig einen Auslandsaufenthalt ganz alleine zu durchzuführen!“

„Ich werde die Auslandszeit bestimmt eh nicht alleine schaffen!“ Dieser Gedanke ist ein Grund, der viele junge Leute davon abhält, ins Ausland zu gehen. Natürlich sind Australien, Amerika oder Kanada sehr weit weg. Es wird eine fremde Sprache gesprochen, die Kultur, das Essen, das Leben, alles ist anders. Das wirkt einschüchternd, vor allem, wenn du weißt, dass du nicht, wie nach einem Urlaub, in wenigen Tagen wieder zu Hause in deinem eigenen Bett schläfst und dich mit Freunden und Familie über die Zeit austauschen kannst. Heimweh zu bekommen und sich einsam oder fremd zu fühlen ist eine große Sorge von vielen angehenden Weltenbummlern.

Jeder hat ein wenig Angst vor neuen Herausforderungen, das ist ganz normal, sollte dich aber nicht abhalten, deine Träume tatsächlich umzusetzen. Das Heimweh wird kommen, aber ebenso schnell wird es auch wieder verschwinden. Ganz egal, was du im Ausland machst, ob Freiwilligenarbeit, Au-pair oder Work & Travel, es wird mit Sicherheit Momente geben, die dich dazu bringen wollen, aufzugeben. Aber trotzdem sollte das kein Grund sein, dich abhalten zu lassen. Auch, wenn du es dir gar nicht vorstellen kannst, so lange von deinen Lieben getrennt zu sein, probiere es aus! Du wirst dich schneller daran gewöhnen, als du denkst.

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